kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ist eine moderne Therapie für Patienten mit Herzschwäche und Erregungsleitungsstörungen.

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kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

Bei Patienten mit Herzschwäche und Erregungsleitungsstörungen (z.B. Linksschenkelblock) ist die Pumpleistung des Herzens vermindert. Durch die Störung der Erregungsausbreitung werden die verschiedenen Anteile des Herzmuskels zeitlich versetzt angeregt, sich zusammenzuziehen. Dies verschlechtert die Pumpleistung des Herzens. Ziel der kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) ist es daher, das Herz durch eine gezielte (biventrikuläre) Stimulation beider Herzkammern zu "resynchronisieren". Durch eine gleichzeitige Erregung beider Herzkammern kommt es zu einer Verbesserung der Pumpleistung, was sowohl Symptome lindert als auch die Lebenserwartung dieser Patienten verbessert.

Wie funktioniert die CRT?

Eine Elektrode wird in die rechte Herzkammer implantiert. Das Zielgefäß für die linksventrikuläre Elektrode ist der Coronarsinus. Dieses Gefäß leitet das venöse Blut aus den Herzkranzgefäßen in den rechten Vorhof. Die Elektrode wird in einen Seitenast des Coronarsinus implantiert und liegt auf der Außenseite der linken Herzkammer.  Durch die simultane Impulsabgabe über beide Elektroden wird das linke Herz wieder synchron elektrisch erregt und eine homogene Kontraktion ist möglich.

Voruntersuchung

Um den Abgang bzw. den Verlauf der Seitenäste aus dem Coronarsinus zu erkennen, wird an dem Tag vor der Operation der Coronarsinus mit Kontrastmittel dargestellt.

Welcher Patient ist geeignet für eine biventrikuläre Stimulation?

Patienten, die eine Pumpschwäche des linken Herzens (EF < 35%) in Verbindung mit einem Block des Reizleitungsssystem haben. Vor einer Entscheidung zur CRT müssen alle medikamentösen, interventionellen (Herzkatheter) oder chirurgischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Pumpfunktion der linken Herzkammer ausgeschöpft sein.

Wie sind die Erfolge nach CRT?

In großen Studien konnte gezeigt werden, dass bei korrekter Indikationsstellung sich die Pumpkraft der linken Kammer bei 70% der Patienten bessert. Die besten Ergebnisse treten bei Patienten ohne koronare Herzkrankheit in Verbindung mit einem Linksschenkelblock auf.

Wie wird die Implantation eines biventrikulären ICD durchgeführt?

Das Gerät wird meistens unterhalb des linken Schlüsselbeines implantiert. In Abhängigkeit des vorhandenen Unterhautfettgewebes ist das Aggregat nach der Implantation in seinen Umrissen zu fühlen. Eine Elektrode wird jeweils in die rechte Herzkammer bzw. den rechten Vorhof implantiert. Die Elektrode, die für die Stimulation der linken Herzkammer verantwortlich ist, wird über die Herzvene (Sinus coronarius) an der Hinter-Seitenwand der linken Herzkammer positioniert. In unserer Klinik wird die biventrikuläre Stimulation meistens mit einem Defibrillator (beide Systeme in einem Gehäuse) gekoppelt, da bei Patienten mit einer Herzmuskelschwäche ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen besteht.

Was sind mögliche Komplikationen?

Zunächst können bei der Implantation alle Komplikationen auftreten, die auch bei einer normalen Schrittmacher– oder Defibrillatorimplantation möglich sind: Pneumothorax (Luft im Lungenfell), Einblutung in die Aggregattasche, Infektion und Dislokation der Elektroden. Diese Komplikationsrate liegt bei 2-4%.

Die Implantation der linksventrikulären Elektrode ist prinzipiell schwieriger, weil die Implantation an die anatomischen Verhältnisse dieser Vene gebunden sind.  Bei 10% der Patienten kann die Elektrode mit Kathetertechniken nicht implantiert werden, so dass eine herzchirurgische Implantation erforderlich ist. Dabei wird in einer separaten Operation auf der linken Thoraxseite der Zwischenraum zwischen zwei Rippen gespreizt und danach eine Elektrode auf die Außenseite der linken Herzkammer aufgenäht. Eine Öffnung des Brustkorbes wie z.B. bei einer Bypass-OP ist nicht erforderlich.

Gibt es Einschränkungen nach der Implantation eines biventrikulären ICD?

Genauso wie bei Herzschrittmachern bzw. herkömmlichen ICDs (Defibrillatoren) tritt nach der Implantation keine Einschränkung der Lebensqualität auf. Alle Dinge des täglichen Lebens können auch mit einem biventrikulären ICD durchgeführt werden. Folgendes sollte in diesem Zusammenhang beachtet werden: Bei der Durchführung sämtlicher medizinischer Maßnahmen bzw. am Flughafen sollte auf das Vorhandensein eines biventrikulären ICD aufmerksam gemacht werden. Mobiltelefone sollten von der Gegenseite aus benutzt werden.


Sollten Sie Fragen zu dieser Therapiemethode haben, dann sprechen Sie uns an. Wir diskutieren gern mit Ihnen in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt und Ihrem Kardiologen Ihre Sorgen und überlegen gemeinsam, ob diese Methode Ihre Beschwerden lindern könnte. Kontaktieren Sie uns gerne über die Rhythmussprechstunde t: +49 30 450 613 068