Aortenklappenersatz TAVI

perkutaner Aortenklappenersatz (TAVI)

Der perkutane Aortenklappenersatz (engl. transcatheter aortic valve implantation, TAVI) erlaubt die schonenende, minimal-invasive Behandlung von Patienten mit Aortenklappenerkrankungen, die aufgrund ihrer Begleiterkrankungen nicht konventionell operiert werden können.

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perkutaner Aortenklappenersatz (TAVI)

Unter TAVI versteht man einen kathetergestützten, minimalinvasiven Ersatz der Aortenklappe (engl. transcatheter aortic valve implantation).

Die Methode der TAVI wurde für Patienten entwickelt, denen eine große Herzoperation (mit konventioneller Eröffnung von Brustkorb und Herz) aufgrund von Begleiterkrankungen und fortgeschrittenem Lebensalter nicht zuzumuten ist, die aber eine neue Herzklappe dringend benötigen.

Der Zugang zum Herzen erfolgt dafür in den meisten Fällen durch einen nur 5 mm großen Hautschnitt über die Leistenarterie (transfemoraler Aortenklappenersatz). Bei Patienten mit dafür ungeeigneten Leistenarterien (z.B. bei peripher-arterieller Verschlusskrankheit) stehen alternative Zugänge über die Schlüsselbeinarterie (transaxillär), über die Hauptschlagader (transaortal) oder über die Herzspitze (transapikal) zur Verfügung. Zum Einsatz kommen dabei entsprechend der speziellen Bedürfnisse unserer Patienten ausgwählte Prothesen aller führenden Hersteller. Zudem wird jeder Patient ausführlich in unserem interdisziplinären, täglich zusammenkommenden Herzteam, das sich aus erfahrenen Kardiologen, Herzchirurgen und Kardioanästhesisten zusammensetzt, besprochen. Zusammengenommen erlaubt dies eine individuelle, den anatomischen Gegebenheiten genau angepasste Therapie unserer Patienten.

Seit 2009 wurden so bereits mehr als 1900 Patienten an der Charité erfolgreich behandelt (Stand Juli 2017). Als Ausweis für unsere Behandlungs-Qualität wurde die Charité von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als TAVI-Zentrum zertifiziert.

Unsere Klinik ist Teil des TAVI-Programms der Charité, zu dem Sie hier weitere Informationen finden.

Die transfemorale Aortenklappenimplantation (TAVI)

Der konventionelle Aortenklappenersatz erfolgt über eine Öffnung des Brustkorbs (Sternotomie). Dieses Verfahren ist langjährig erprobt und komplikationsarm, jedoch nicht für alle Patienten geeignet.

Für Patienten mit einem erhöhten OP-Risiko stellt der transfemorale Zugang über eine Schlagader in der Leiste eine schonende Alternative dar: nach Punktion der Leistenarterie wird beim transfemoralen Aortenklappenersatz die Klappenprothese mit Hilfe eines Katheters im Herzen implantiert.

Prothesentypen

An der Charité werden routinemäßig vier verschiende Klappentypen der marktführenden Hersteller implantiert. Dies erlaubt uns, für jeden Patienten individuell den optimalen Klappentyp zu verwenden. Grundsätzlich werden dabei selbstexpandierende Prothesen (z.B. CoreValve Evolut, Portico) von ballon-expandierten Prothesen (Edwards Sapien) unterschieden. Allen Prothesen gemein ist der grundsätzliche Aufbau: ein gefalteter Metallstent, in dem eine biologische Klappe eingenäht ist.

Selbstexpandierende Prothesen

Die CoreValve Evolut (links) und die Portico (rechts) als Beispiele selbstexpandierender Prothesen.

Selbstexpandierende Prothesen wie die CoreValve Evolut (links) und die Portico (rechts) bestehen aus einem flexiblen Stentgeflecht, in das die biologische Prothese eingenäht ist.

Im Rahmen der Implantation wird die Klappe in der Aortenwurzel vom Katheter freigesetzt und entfaltet sich dabei selbst ("selbstexpandierende Prothese").

Transfemoraler Aortenklappenersatz mit der Medtronic CoreValve-Prothese

Perkutaner Aortenklappenersatz

Ballon-expandierte Prothesen

Die Edwards Sapien S3.

Ballonexpandierte Prothesen wie die Edwards Sapien S3 bestehen aus einem gefalteten Stent, in den die biologische Klappe eingenäht ist. Der Stent wird auf einen Ballon gefaltet und per Katheter zum Herzen vorgeschoben. In der Aortenwurzel wird der Ballon mit Kontrastmittel gefüllt und somit die Klappe expandiert.

Die Edwards Sapien S3-Prothese ist sowohl über die Leiste (transfemoral) als auch transapikal, also über die Herzspitze durch einen minimalinvasiven herzchirurgischen Eingriff, implantierbar.

Transfemoraler Aortenklappenersatz mit der Edwards SAPIEN-Prothese

Transfemoraler Aortenklappenersatz mit der Edwards SAPIEN-Prothese

Transapikaler Aortenklappenersatz mit der Edwards SAPIEN-Prothese

SAPIEN_transapikal.mp4

Das Bild- und Videomaterial wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von den Firmen Edwards, Medtronic und St. Jude Medical.