Gefäß-Diagnostik

Die Gefäßdiagnostik prüft die Durchgängigkeit von Venen und Arterien und dient so v.a. der Diagnose von Thrombosen und der peripher-arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

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Gefäß-Diagnostik

Aufgabe der Gefäßdiagnostik ist es, die Funktion der Venen und Arterien zu überprüfen. Wichtigste Untersuchungsmethode ist hierbei der Gefäßultraschall, mit dem viele häufige Erkrankungen, wie Venenthrombosen oder Durchblutungsstörungen durch Engstellen in den Schlagadern (peripher-arterielle Verschlusskrankheit) sicher und schnell diagnostiziert werden können.

Gefäßultraschall / Dopplersonographie

Im hochauflösenden Schwarz-Weiß-Bild (B-Bild)  können die Arterien und Venen in ihren beschallbaren Verlaufsabschnitten direkt dargestellt werden.

Krankhafte Veränderungen der Gefäßwand, speziell atherosklerotische Wandverdickungen, Ablagerungen und Gerinnselbildungen (Thromben) können auf diese Weise diagnostiziert werden. Bei bestehender atherosklerotischer Gefässveränderungen können Plaque- und Stenosemessungen durchgeführt werden.

Im Farbduplex-Verfahren können die Blutflüsse in den Arterien und Venen jeweils farbig dargestellt und mittels Strömungskurven (PW-Doppler) vermessen werden. Mit stiftförmigen CW-Doppler-Sonden können auch Strömungen in tiefliegenderen Gefäßen bei vermehrter Eindringtiefe dargestellt und vermessen werden. Langsame Strömungen können zusätzlich mittels DPI-Mode (Digital-Power-Imaging, Power-Mode, Angio-Mode) farbig dargestellt werden.

24-Stunden Blutdruckmessung

Für die 24-Stunden-Registrierung des Blutdruckprofils wird dem Patienten wie bei einer normalen Blutdruckmessung eine Manschette (in diesem Fall für 24 Stunden) um den Oberarm gelegt. Diese ist über einen Schlauch mit dem aufzeichnenden Gerät verbunden, das am Körper befestigt wird und den Patienten für die Dauer der Untersuchung begleitet.

Anhand der Ergebnisse kann festgestellt werden, ob ein erhöhter oder erniedrigter Blutdruckmessung vorliegt und zu welchen Zeiten oder Situationen (tagsüber, im Schlaf, bei Anstrengung etc.) dieser auftritt. Entsprechend kann medikamentös reagiert werden.

Mikrozirkulation

Bei verschiedenen Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus, Sklerodermie, Hyperviskositätssyndrom, Leukämie, Malaria oder Sepsis sind periphere Durchblutungsstörungen vor allem durch Veränderungen der Mikrogefäße in der terminalen Strombahn gekennzeichnet. Hier findet normalerweise der Stoffaustausch mit den unmittelbar benachbarten Zellen für deren regelrechte Funktion und ihr Überleben statt.
Die terminale Strombahn kann stenosierende Veränderungen in den großen Leitgefäßen unter Ruhebedingungen durch Anpassung der nachgeschalteten zahlreichen Mikrogefäße in einem gewissen Grad kompensieren (vaskuläre Reserve). Diese Art der Durchblutungsstörungen bemerkt man als Patient zunächst nur unter Belastung, die vaskuläre Reserve ist dann bereits vorzeitig aufgebraucht. Das Ausmaß dieser Erkrankung und deren Kompensation kann dann durch Belastungsuntersuchungen auf dem Laufband mit Bestimmung der schmerzfreien Gehstrecke sowie durch die Duplexsonographie und Venenverschlußplethysmographie bestimmt werden.
Durchblutungsstörungen in den mikrovaskulären Gefäßnetzwerken selbst können dagegen nur sehr begrenzt kompensiert werden. Die Folgen sind im Endstadium Zelltod und Vernarbung. Insbesondere bei der Sklerodermie zeigt sich bereits frühzeitig eine verstärkte Kälteempfindlichkeit an den Fingern und Zehen (Raynaud-Phänomen). Diese Durchblutungsstörung kann durch Kalt- und Warmwasser-Tests mit der akralen Fotoplethysmographie nachgewiesen werden. Bei hinreichendem Verdacht auf Sklerodermie kann dann ein Teil der Veränderungen in der terminalen Strombahn unter dem Mikroskop beobachtet werden. Im Bereich des Nagelfalzes verlaufen die Haut-Kapillaren parallel zur Hautoberfläche und sind daher besonders geeignet, unter Auflicht durch Intravitalmikroskopie beobachtet zu werden. Veränderungen wie Riesenkapillaren oder kapilläre Blutungen können dann bereits frühzeitig zur Sicherung der Diagnose verwendet werden.

Knöchel-Arm-Index

Beim Knöchel-Arm-Index handelt es sich um eine einfache, aber effektive Methode, um periphere Durchblutungsstörungen zu diagnostizieren. Dabei wird der Blutdruck an beiden Armen und beiden Knöcheln gemessen. Liegt er im Bereich der Knöchel deutlich unter dem an den Armen gemessenen Blutdruck, spricht dies für eine peripher-arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).