Biventrikuläre Stimulation (CRT)

Prinzip der Biventrikulären Stimulation

CRT (Cardiac Resynchronization Therapy)

Diese Methode führt zur Verbesserung der Pumpfunktion des Herzens bei Patienten, die unter einer hochgradigen Einschränkung der Herzleistung leiden (z.B. nach mehreren schweren Herzinfarkten) und gleichzeitig eine zeitliche Entkopplung (Asynchronie) von rechter und linker Herzkammer bieten. Durch das unter die Haut implantierte CRT-System - ähnlich einem Herzschrittmacher - findet eine Resynchronisierung der Schlagaktion der beiden Herzkammern statt und die Pumpfunktion bessert sich.

Welcher Patient ist geeignet für eine biventrikuläre Stimulation?

Patienten mit einer Herzinsuffizienz, die unter einer maximalen medikamentösen Therapie die folgenden Kriterien erfüllen: 1) linksventrikuläre EF < 35%; 2) Herzinsuffizienz im Stadium NYHA III - IV; 3) kompletter Linksschenkelblock. In jüngster Zeit werden weiterhin bestimmte Herzultraschall-Parameter (Asynchronie-Testung) zur Entscheidungshilfe mit herangezogen.

Was kann eine biventrikuläre Stimulation bewirken?

Zur biventrikulären Stimulation wurden in den letzten Jahren viele Studien mit folgenden Ergebnissen durchgeführt: Verringerung der Sterblichkeit und der Krankenhausaufenthalte. Weiterhin tritt eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit auf.

Wie wird die Implantation eines biventrikulären ICD durchgeführt?

Das Gerät wird meistens unterhalb des linken Schlüsselbeines implantiert. In Abhängigkeit des vorhandenen Unterhautfettgewebes ist das Aggregat nach der Implantation in seinen Umrissen zu fühlen. Eine Elektrode wird jeweils in die rechte Herzkammer bzw. den rechten Vorhof implantiert. Die Elektrode, die für die Stimulation der linken Herzkammer verantwortlich ist, wird über die Herzvene (Sinus coronarius) an der Hinter-Seitenwand der linken Herzkammer positioniert. In unserer Klinik wird die biventrikuläre Stimulation meistens mit einem Defibrillator (beide Systeme in einem Gehäuse) gekoppelt, da bei Patienten mit einer Herzmuskelschwäche ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen besteht.

Was sind mögliche Komplikationen?

Im Langzeitverlauf ist die schlimmste Komplikation das Auftreten eine Infektion an den Elektroden. In diesem Fall ist die Entfernung des kompletten Systems erforderlich. Die prozentuale Häufigkeit dieser Komplikation ist < 1%. Die häufigste Komplikation ist eine Fehlfunktion der Sinus coronarius - Elektrode. Unter diesen Umständen ist ggf. eine Neuplazierung erforderlich. Durch die Verbesserung der Elektrodentechnik ist diese Komplikation in den letzten Jahren deutlich rückläufig.

Gibt es Einschränkungen nach der Implantation eines biventrikulären ICD?

Genauso wie bei Herzschrittmachern bzw. herkömmlichen ICD´s (Defibrillatoren) tritt nach der Implantation keine Einschränkung der Lebensqualität auf. Alle Dinge des täglichen Lebens können auch mit einem biventrikulären ICD durchgeführt werden. Folgendes sollte in diesem Zusammenhang beachtet werden: Bei der Durchführung sämtlicher medizinischer Maßnahmen bzw. am Flughafen sollte auf das Vorhandensein eines biventrikulären ICD aufmerksam gemacht werden. Mobiltelefone sollten von der Gegenseite aus benutzt werden.

Welche Erfahrungen hat unsere Klinik mit dieser Methode?

Seit 1999 werden in unserer Klinik biventrikuläre Stimulationssysteme implantiert.
Pro Jahr werden ca. 25 Geräte implantiert.

Sollten Sie Fragen zu dieser Therapiemethode haben, dann sprechen Sie uns an. Wir diskutieren gern mit Ihnen in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt und Ihrem Kardiologen Ihre Sorgen und überlegen gemeinsam, ob dieses Methode Ihre Beschwerden lindern könnte. Rufen Sie uns an, schicken Sie uns einen Brief oder eine E-Mail. Wir sind gern für Sie da!


t: +49 30 450 613 145, E-Mail

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