Mikrozirkulation

Bei verschiedenen Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus, Sklerodermie, Hyperviskositätssyndrom, Leukämie, Malaria oder Sepsis sind periphere Durchblutungsstörungen vor allem durch Veränderungen der Mikrogefäße in der terminalen Strombahn gekennzeichnet. Hier findet normalerweise der Stoffaustausch mit den unmittelbar benachbarten Zellen für deren regelrechte Funktion und ihr Überleben statt.

Die terminale Strombahn kann stenosierende Veränderungen in den großen Leitgefäßen unter Ruhebedingungen durch Anpassung der nachgeschalteten zahlreichen Mikrogefäße in einem gewissen Grad kompensieren (vaskuläre Reserve). Diese Art der Durchblutungsstörungen bemerkt man als Patient zunächst nur unter Belastung, die vaskuläre Reserve ist dann bereits vorzeitig aufgebraucht. Das Ausmaß dieser Erkrankung und deren Kompensation kann dann durch Belastungsuntersuchungen auf dem Laufband mit Bestimmung der schmerzfreien Gehstrecke sowie durch die Duplexsonographie und Venenverschlußplethysmographie bestimmt werden.

Durchblutungsstörungen in den mikrovaskulären Gefäßnetzwerken selbst können dagegen nur sehr begrenzt kompensiert werden. Die Folgen sind im Endstadium Zelltod und Vernarbung. Insbesondere bei der Sklerodermie zeigt sich bereits frühzeitig eine verstärkte Kälteempfindlichkeit an den Fingern und Zehen (Raynaud-Phänomen). Diese Durchblutungsstörung kann durch Kalt- und Warmwasser-Tests mit der akralen Fotoplethysmographie nachgewiesen werden. Bei hinreichendem Verdacht auf Sklerodermie kann dann ein Teil der Veränderungen in der terminalen Strombahn unter dem Mikroskop beobachtet werden. Im Bereich des Nagelfalzes verlaufen die Haut-Kapillaren parallel zur Hautoberfläche und sind daher besonders geeignet, unter Auflicht durch Intravitalmikroskopie beobachtet zu werden. Veränderungen wie Riesenkapillaren oder kapilläre Blutungen können dann bereits frühzeitig zur Sicherung der Diagnose verwendet werden.

Leitung

PD Dr. Michael Laule
Oberärztliche Leitung Angiographie/Gefäßinterventionen
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