Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie

Projektleitung: Dr. rer. nat. Mario Lorenz
In diesem Projekt werden Polyphenole auf ihre Wirkung auf die Endothelfunktion untersucht. Schwerpunktmäßig werden Tee-Catechine, besonders das EGCG, untersucht, für das kardiovaskuläre protektive Effekte bekannt sind.
Wir konnten zeigen, dass EGCG die NO-Produktion in Endothelzellen steigert und zu einer NO-abhängigen Vasodilatation in isolierten Aortenringen führt. Die Aktivierung der endothelialen NO-Synthase (eNOS) erfolgt dabei durch eine Phosphorylierung des Enzyms über den PI3K-AKT/PKA Signalweg. Darauf aufbauend konnten wir in einer Studie an gesunden Probanden zeigen, dass 2 Stunden nach Teegenuss eine Verbesserung der Endothelfunktion im Vergleich zur Kontrolle (Wasser) auftrat. Dabei gab es keinen Unterschied hinsichtlich der Wirksamkeit zwischen grünem und schwarzem Tee. In einer weiteren in vitro Studie haben wir die Bedeutung einer Reihe von isolierten Einzelsubstanzen von grünem und schwarzem Tee auf kardiovaskuläre Parameter in Endothelzellen und Aortenringen untersucht. Darüber hinaus wiesen wir nach, dass EGCG die zytokin-induzierte Expression des atherogenen Adhäsionsmoleküls VCAM-1 verminderte sowie die Adhäsion von Monozyten an humane Endothelzellen reduzierte. Neben den Effekten auf NO-Produktion und Vasodilatation werden den Tee-Polyphenolen eine Reihe weiterer positiver Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem zugeschrieben. Aus diesen und weiteren Daten geht hervor, dass unsere Arbeitsgruppe erfolgreich eine Vielzahl von physiologischen und molekularen Wirkungen von Tee-Polyphenolen im kardiovaskulären System nachgewiesen hat.
Monozentrische, randomisierte, placebokontrollierte, 4-armige, cross-over Studie zur Evaluation der Wirkung von EGCG auf die Endothelfunktion bei gesunden Probanden
Projektleitung: Dr. rer. nat. Mario Lorenz
Förderung: Friede Springer Herz Stiftung, 2011-2013
Atherosklerotische Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit stehen an erster Stelle der Todesursachen in Deutschland. Störungen der Gefäßfunktion, vor allem der Gefäßinnenwand (Endothelfunktion), sind ein sehr frühes Ereignis in der Pathogenese der Atherosklerose. Eine Vielzahl von epidemiologischen und experimentellen Untersuchungen beschreibt, dass der Konsum von Tee mit protektiven antiatherogenen Effekten einhergeht. So konnte gezeigt werden, dass steigender Tee-Konsum das Risiko von Herzkreislauferkrankungen senkt und auch mit einer geringeren Progression der Atherosklerose verbunden ist. Dabei greifen Tee-Polyphenole in eine Vielzahl von zellulären Prozessen und Signalwegen ein. Es ist aber noch nicht geklärt, welche Inhaltsstoffe des Tees in vivo für seine biologischen Wirkungen verantwortlich sind. EGCG ist das mengenmäßig wichtigste Polyphenol im grünen Tee. Ob es allerdings die präventiven Effekte beim Menschen vermittelt, ist nicht bewiesen. In diesem Projekt wollen wir die Effekte von EGCG in Form von Grünem Tee als Getränk, als Tee-Extrakt oder als isolierte Reinsubstanz auf eine Verbesserung der Endothelfunktion beim Menschen untersuchen. Dabei erhoffen wir uns einen Aufschluss darüber, ob EGCG als Reinsubstanz vergleichbare biologische Wirkungen wie Teekonsum aufweist. Durch ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen der protektiven Effekte von Tee und Teeinhaltsstoffen kann ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung präventiver Strategien im Kampf gegen kardiovaskuläre Erkrankungen erbracht werden.
Projektleitung: Dr. med. Henryk Dreger
Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) sind reaktionsfreudige Moleküle, wie z.B. Wasserstoffperoxid und Superoxidanionen, die im Rahmen zahlreicher — physiologischer und pathologischer — Prozesse entstehen. Unter physiologischen Bedingungen werden sie durch eine Reihe zellulärer Enzyme, z.B. Katalase, Superoxiddismutase und Hämoxygenase-1, abgebaut. Im Rahmen pathologischer Prozesse wie dem Ischämie-Reperfusions-Schaden nach einem Herzinfarkt werden jedoch große Mengen ROS freigesetzt, die die zellulären Abwehrmechanismen überlasten. Hohe ROS-Konzentrationen schädigen in der Folge Proteine, Membranen sowie DNA-Stränge — man spricht von oxidativem Stress.
Im Rahmen eines oxidativen Stress-Modells untersuchten wir die Wirkung der Teepolyphenole EGCG und TF3 auf Kardiomyozyten. Dabei zeigte sich ein deutlicher, jedoch nur kurz anhaltender Schutz vor Wasserstoffperoxid-vermitteltem oxidativen Stress in den mit Polyphenolen vorbehandelten Zellen. Weitere Experimente führten diesen protektiven Effekt auf eine direkte antioxidative Wirkung der Polyphenole ("ROS scavenging") zurück.
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